Mikroökonomie-Grundlagen

Mikroökonomie untersucht, wie Individuen, Haushalte und Unternehmen Entscheidungen treffen und wie diese Entscheidungen Marktpreise und Ressourcenallokation beeinflussen. Im Gegensatz zur Makroökonomie, die Volkswirtschaften als Ganzes betrachtet, fokussiert sich Mikroökonomie auf die kleineren Bausteine wirtschaftlicher Aktivität.

Das Verständnis mikroökonomischer Prinzipien hilft dir, Marktverhalten zu verstehen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen und zu verstehen, warum Preise sich ändern und wie Unternehmen operieren.

Angebot und Nachfrage

Das Gesetz der Nachfrage

Das besagt, dass Verbraucher weniger eines Gutes kaufen, wenn der Preis steigt, und mehr, wenn der Preis fällt – unter sonst gleichen Bedingungen (ceteris paribus).

Die Nachfragekurve verläuft abwärts von links nach rechts, was diese umgekehrte Beziehung zwischen Preis und nachgefragter Menge darstellt.

Das Gesetz des Angebots

Das besagt, dass Produzenten mehr eines Gutes anbieten, wenn der Preis steigt, und weniger, wenn der Preis fällt.

Höhere Preise machen Produktion profitabler und motivieren Unternehmen, mehr zu produzieren. Die Angebotskurve verläuft aufwärts von links nach rechts.

Marktgleichgewicht

Das tritt dort auf, wo Angebots- und Nachfragekurven sich schneiden. An diesem Punkt sind Käufer bereit, genau die Menge zu kaufen, die Verkäufer anbieten wollen, zum Gleichgewichtspreis.

Wenn Preise über dem Gleichgewicht liegen, entsteht ein Überschuss – Produzenten können nicht alles verkaufen, was sie anbieten. Wenn Preise unter dem Gleichgewicht liegen, entsteht ein Mangel – Verbraucher können nicht alles kaufen, was sie wollen.

Elastizität

Preiselastizität der Nachfrage

Die misst, wie stark Verbraucher auf Preisänderungen reagieren.

  • Elastische Nachfrage (|E| > 1): Menge ändert sich stark bei Preisänderungen (z.B. Luxusgüter)
  • Unelastische Nachfrage (|E| < 1): Menge ändert sich wenig bei Preisänderungen (z.B. Grundnahrungsmittel)
  • Einheitselastische Nachfrage (|E| = 1): Proportionale Änderung

Unternehmen nutzen Elastizitätswissen für Preisstrategien. Bei unelastischer Nachfrage können Preiserhöhungen den Umsatz steigern, weil die Mengenreduzierung gering ist.

Nutzentheorie und Entscheidungsfindung

Marginaler Nutzen

Der beschreibt den zusätzlichen Nutzen, den du aus dem Konsum einer weiteren Einheit gewinnst.

Das besagt, dass jede zusätzliche Einheit weniger Zufriedenheit bringt als die vorherige. Das erste Glas Wasser an einem heißen Tag bringt enormen Nutzen; das zehnte Glas viel weniger.

Rationale Entscheidungsfindung

Rationale Entscheidungsfindung beinhaltet den Vergleich von marginalem Nutzen mit marginalen Kosten. Du solltest eine Aktivität fortsetzen, solange der marginale Nutzen die marginalen Kosten übersteigt.

Dieses Prinzip gilt für Kaufentscheidungen, Zeitallokation und Investitionsentscheidungen. Rationale Anleger investieren zusätzliches Kapital, solange die erwartete Rendite die Opportunitätskosten übersteigt.

Marktstrukturen

Vollkommene Konkurrenz

ist ein theoretisches Ideal, bei dem viele kleine Unternehmen identische Produkte verkaufen und kein einzelnes Unternehmen den Marktpreis beeinflussen kann.

Merkmale:

  • Viele Käufer und Verkäufer
  • Homogene Produkte
  • Freier Markteintritt und -austritt
  • Vollständige Information

Monopol

Ein existiert, wenn ein einzelnes Unternehmen der einzige Anbieter ist und keine nahen Substitute existieren.

Monopole können Preise über die Kosten hinaus setzen, was zu Ineffizienz führt. Deshalb regulieren Regierungen natürliche Monopole (wie Versorgungsunternehmen) oder verhindern Monopolbildung durch Kartellrecht.

In Deutschland überwacht das Bundeskartellamt den Wettbewerb und verhindert wettbewerbswidrige Praktiken.

Oligopol

Ein hat wenige große Anbieter, deren Entscheidungen sich gegenseitig beeinflussen.

Beispiele sind die Automobilindustrie, Telekommunikation und Bankwesen. Oligopolunternehmen müssen Konkurrentenreaktionen bei Preis- und Produktentscheidungen berücksichtigen.

Marktversagen

Märkte versagen manchmal, effiziente Ergebnisse zu produzieren. Wichtige Ursachen:

Externalitäten

sind Kosten oder Nutzen, die Dritte betreffen, die nicht an der Transaktion beteiligt sind.

  • Negative Externalitäten: Umweltverschmutzung, Lärmbelästigung
  • Positive Externalitäten: Bildung, Impfungen

Ohne Eingriff produzieren Märkte zu viel von Gütern mit negativen Externalitäten und zu wenig von Gütern mit positiven Externalitäten. Regierungen korrigieren dies durch Steuern, Subventionen oder Regulierung.

Öffentliche Güter

sind nicht-ausschließbar und nicht-rivalisierend. Beispiele sind Landesverteidigung, Straßenbeleuchtung und öffentliche Parks.

Da Unternehmen für öffentliche Güter keine Zahlung durchsetzen können, liefern private Märkte sie nicht ausreichend. Regierungen finanzieren sie typischerweise durch Steuern.

Häufig gestellte Fragen