Makroökonomie-Grundlagen
Makroökonomie untersucht Volkswirtschaften als Ganzes und analysiert aggregierte Phänomene wie Wirtschaftswachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit und internationalen Handel. Im Gegensatz zur Mikroökonomie, die sich auf individuelle Entscheidungen konzentriert, betrachtet Makroökonomie das große Bild – wie gesamte Volkswirtschaften funktionieren und warum sie manchmal wachsen und manchmal schrumpfen.
Das Verständnis makroökonomischer Konzepte hilft dir, wirtschaftliche Nachrichten zu interpretieren, Marktbewegungen zu verstehen und bessere Anlageentscheidungen zu treffen. Wirtschaftsindikatoren beeinflussen Aktienkurse, Anleiherenditen und Immobilienwerte, was Makroökonomie für jeden Investor relevant macht.
Wichtige makroökonomische Indikatoren
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Das (BIP) misst den Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum produziert. Es ist das am weitesten verbreitete Maß für wirtschaftliche Aktivität und Wohlstand.
Das deutsche BIP betrug 2023 etwa 4,1 Billionen Euro, was Deutschland zur größten Volkswirtschaft Europas und zur viertgrößten der Welt macht.
BIP-Wachstum signalisiert wirtschaftliche Expansion und steigenden Lebensstandard. Negatives BIP-Wachstum über zwei aufeinanderfolgende Quartale definiert technisch eine .
Inflation
misst, wie schnell das allgemeine Preisniveau steigt. In Deutschland und der Eurozone strebt die Europäische Zentralbank eine Inflationsrate von 2% an.
Der (VPI) wird vom Statistischen Bundesamt berechnet und verfolgt Preise eines repräsentativen Warenkorbs.
Arbeitslosigkeit
Die misst den Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung, der erwerbslos ist aber aktiv Arbeit sucht.
In Deutschland unterscheidet man verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit:
- Friktionelle Arbeitslosigkeit: Temporär zwischen Jobs
- Strukturelle Arbeitslosigkeit: Fähigkeiten passen nicht zur Arbeitsnachfrage
- Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: Aufgrund wirtschaftlicher Abschwünge
Geldpolitik
Die Europäische Zentralbank
Die (EZB) steuert die Geldpolitik für die Eurozone. Ihr Hauptziel ist Preisstabilität, definiert als Inflation nahe aber unter 2%.
Die EZB nutzt mehrere Instrumente:
- Leitzinsen: Der Hauptrefinanzierungssatz beeinflusst Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft
- Offenmarktgeschäfte: Kauf und Verkauf von Wertpapieren zur Steuerung der Geldmenge
- Quantitative Lockerung: Anleihekäufe zur Stimulierung der Wirtschaft, wenn Zinsen nahe null sind
Transmissionsmechanismus
Änderungen der Geldpolitik durchdringen die Wirtschaft über verschiedene Kanäle. Niedrigere Zinsen machen Kredite günstiger, stimulieren Ausgaben und Investitionen. Höhere Zinsen machen Sparen attraktiver und dämpfen Kreditaufnahme.
Fiskalpolitik
Fiskalpolitik umfasst staatliche Einnahmen (Steuern) und Ausgaben zur Beeinflussung der Wirtschaft. In Deutschland ist die Schuldenbremse im Grundgesetz verankert und begrenzt die strukturelle Neuverschuldung des Bundes auf 0,35% des BIP.
Staatsverschuldung
Die deutsche Staatsverschuldung wird oft im Verhältnis zum BIP gemessen. Die Maastricht-Kriterien der EU verlangen, dass die Staatsverschuldung 60% des BIP nicht überschreitet, obwohl viele EU-Länder einschließlich Deutschland zeitweise darüber liegen.
Konjunkturzyklen
Volkswirtschaften durchlaufen wiederkehrende Zyklen von Expansion und Kontraktion:
- Expansion: Wachsende Wirtschaft, steigende Beschäftigung, Inflation kann zunehmen
- Höhepunkt: Wirtschaft erreicht maximale Aktivität
- Kontraktion/Rezession: Schrumpfende Wirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit
- Tiefpunkt: Wirtschaft erreicht minimale Aktivität vor der Erholung
Das Verständnis, wo sich die Wirtschaft im Zyklus befindet, hilft bei Anlageentscheidungen. Verschiedene Anlageklassen performen unterschiedlich in verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus.
Internationaler Handel und Zahlungsbilanz
Leistungsbilanz
Die verfolgt den Fluss von Gütern, Dienstleistungen und Einkommen zwischen einem Land und dem Rest der Welt.
Deutschland hat traditionell einen hohen Leistungsbilanzüberschuss, was bedeutet, dass es mehr exportiert als importiert. Dieser Überschuss spiegelt die Stärke der deutschen Exportindustrie wider, insbesondere in Bereichen wie Automobilen, Maschinenbau und Chemie.
Wechselkurse
Der Euro ist die gemeinsame Währung von 20 EU-Ländern. Sein Wechselkurs gegenüber anderen Währungen beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporte und die Kosten von Importen.