Was ist ein Börsengang?
Ein Börsengang (Initial Public Offering, kurz IPO) ist der Moment, in dem ein privates Unternehmen seine Aktien erstmals öffentlich verkauft. Vorher gehört es nur Gründern, frühen Investoren und Risikokapitalgebern. Danach kann jeder Aktien an der Börse kaufen.
Stell dir vor: Eine Familie besitzt eine Bäckerei und beschließt, normale Menschen einen Teil des Geschäfts kaufen zu lassen. Jetzt kann jeder Miteigentümer werden, nicht nur die Familie.
An die Börse gehen bedeutet, dass das Unternehmen strengere Regeln befolgen muss. Es muss alle drei Monate seine Finanzergebnisse veröffentlichen und transparenter sein.
Warum gehen Unternehmen an die Börse?
Vorteile eines Börsengangs:
- Geld sammeln ohne Schulden: Unternehmen können Milliarden aufnehmen, ohne Kredite aufzunehmen
- Frühe Investoren können auszahlen: Gründer und frühe Investoren können ihre Investition in Geld umwandeln
- Talente gewinnen: Börsennotierte Unternehmen können Mitarbeitern Aktienoptionen bieten
- Vertrauen aufbauen: An der Börse zu sein macht Unternehmen glaubwürdiger
Nachteile eines Börsengangs:
- Teure Regeln: Börsennotierte Unternehmen müssen strenge Vorschriften befolgen
- Weniger Kontrolle: Gründer müssen sich gegenüber Aktionären verantworten
- Kurzfristiger Druck: Das Management steht unter Druck, jedes Quartal Gewinnziele zu erreichen
- Alles wird öffentlich: Finanzergebnisse werden öffentlich zugänglich
Der IPO-Prozess
- Team zusammenstellen: Das Unternehmen wählt Investmentbanken, Anwälte und Wirtschaftsprüfer
- Unterlagen einreichen: Bei der BaFin (in Deutschland) oder SEC (USA) werden Dokumente eingereicht
- Roadshow: Die Führungskräfte präsentieren das Unternehmen großen Investoren
- Preis festlegen: In der Nacht vor dem Handelsstart wird der IPO-Preis bestimmt
- Erster Handelstag: Die Aktie beginnt an einer Börse zu handeln