Exchange-Traded Fund (ETF)
Exchange-Traded Funds (ETFs) bündeln Anlagen in Fondsanteilen, die während des Handelstages zu Marktpreisen an Börsen gehandelt werden.
Exchange-Traded Fund (ETF) lesenETFs und Indexfonds überschneiden sich, bezeichnen aber unterschiedliche Aspekte eines Fonds: seine Handelsstruktur und seine Anlagestrategie.
Exchange-Traded Funds (ETFs) bündeln Anlagen in Fondsanteilen, die während des Handelstages zu Marktpreisen an Börsen gehandelt werden.
Exchange-Traded Fund (ETF) lesenIndexfonds bilden regelbasierte Vergleichsindizes nach, wobei Kosten und Umsetzung zu Renditeabweichungen führen können.
Indexfonds lesenEin börsengehandelter Fonds (ETF) und ein Indexfonds sind keine Gegensätze.
ETF bezeichnet eine Fondsstruktur: Seine Anteile werden an einer Börse gehandelt.
Indexfonds bezeichnet eine Anlagestrategie: Der Fonds versucht, einen bestimmten Index nachzubilden.
Das bedeutet, dass ein Fonds beides sein kann. Viele ETFs sind Indexfonds, während andere ETFs aktiv verwaltet werden. Ein Indexfonds kann außerdem eine andere Struktur als die eines ETF haben.
In alltäglichen Gesprächen über Geldanlage wird Indexfonds manchmal als Kurzbezeichnung für einen Index-Investmentfonds verwendet, der kein ETF ist. Diese verkürzte Verwendung ist verbreitet, technisch gesehen ist jedoch auch ein indexnachbildender ETF ein Indexfonds.
| Vergleichskriterium | ETF | Indexfonds |
|---|---|---|
| Beschreibt | Fondsstruktur und Handel | Strategie zur Nachbildung eines Referenzindex |
| Kann einen Index nachbilden | Ja, aber nicht zwingend | Ja, per Definition |
| Kann aktiv verwaltet werden | Ja | Nein, im üblichen Verständnis des Begriffs |
| Wie Anleger Transaktionen durchführen | Anteile werden an einer Börse gehandelt | Hängt von der Fondsstruktur ab |
| Wie Anteile bepreist werden | Untertägiger Marktpreis | Hängt von der Fondsstruktur ab |
Ein Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur wickelt Anlegertransaktionen beispielsweise in der Regel zu einem Preis ab, der auf dem Nettoinventarwert (NAV) zum Tagesende basiert, während ein Index-ETF wie andere ETFs den ganzen Tag über gehandelt wird.
Die Bezeichnung ETF sagt Ihnen vor allem, wie Anleger die Fondsanteile handeln. Sie sagt nicht aus, was der Fonds hält oder ob das Portfolio einem Index folgt.
Ein ETF kann einen Index nachbilden oder eine aktive Strategie verfolgen.[1]
Die Bezeichnung Indexfonds sagt Ihnen, wie das Portfolio verwaltet wird. Sie bestimmt nicht, wie Anleger Anteile kaufen oder verkaufen.
Ein Indexfonds kann eine ETF-Struktur, eine Investmentfondsstruktur oder eine andere zulässige Fondsstruktur verwenden.[2]
Ausführlichere Erklärungen finden Sie unter börsengehandelte Fonds und Indexfonds.
Statt zu fragen, ob ein Fonds ein ETF oder ein Indexfonds ist, stellen Sie zwei getrennte Fragen:
Wie ist der Fonds strukturiert und wie wird er gehandelt?
Ein ETF wird an einer Börse gehandelt. Bei einer anderen Fondsstruktur können Käufe und Rückgaben von Anlegern direkt mit dem Fonds abgewickelt werden.
Wie wird das Portfolio verwaltet?
Eine Indexstrategie folgt einem Referenzindex. Bei einer aktiven Strategie hat ein Fondsmanager Ermessensspielraum bei der Auswahl oder Gewichtung von Anlagen, ohne zu versuchen, einen Index nachzubilden.
Ein Index-ETF beantwortet beide Fragen: Er nutzt die ETF-Struktur und verfolgt eine Indexstrategie.
Ein aktiver ETF nutzt die ETF-Struktur, bildet aber nicht zwingend einen Index nach.
Ein Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur verfolgt eine Indexstrategie, wird aber nicht an einer Börse gehandelt.
Diese Unterscheidung ist hilfreicher, als ETF und Indexfonds als zwei sich gegenseitig ausschließende Alternativen zu behandeln.
ETF-Anteile werden während der Börsenhandelszeiten zwischen Marktteilnehmern gehandelt. Ein Käufer zahlt in der Regel den Briefkurs, während ein Verkäufer in der Regel den Geldkurs erhält.
Der Marktpreis eines ETF kann außerdem leicht über oder unter dem auf einen Anteil entfallenden NAV liegen. Große Institutionen können große Blöcke von ETF-Anteilen schaffen oder zurückgeben. Dieser Mechanismus trägt tendenziell dazu bei, Marktpreis und Portfoliowert anzugleichen, garantiert aber keine exakte Übereinstimmung.[1]
Bei einem Indexfonds hängen Handel und Preisbildung von seiner Struktur ab:
Ein Index-ETF wird untertägig gehandelt, weist eine Geld-Brief-Spanne auf und hat einen Marktpreis, der leicht vom NAV abweichen kann.
Ein Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur wickelt Transaktionen mit dem Fonds in der Regel zu einem Preis ab, der auf dem am Ende des Handelstags berechneten NAV basiert, vorbehaltlich der Fondsbedingungen.[2]
Diese Unterschiede beeinflussen, wie Fondsanteile gekauft und verkauft werden. Für sich genommen machen sie das zugrunde liegende Portfolio weder profitabler noch weniger profitabel.
Jeder Indexfonds versucht, die Wertentwicklung eines bestimmten Referenzindex nachzubilden, bevor die Kosten des Fonds und Unterschiede bei der Umsetzung berücksichtigt werden.
Er kann sämtliche Wertpapiere des Index halten, eine repräsentative Auswahl verwenden oder andere zulässige Methoden einsetzen. Gebühren, Transaktionskosten, Barbestände und die konkrete Portfolio-Umsetzung können dazu führen, dass die Rendite des Fonds vom Index abweicht.[2]
Für einen ETF sind diese Aspekte der Indexnachbildung nur relevant, wenn er einem Index folgt. Ein aktiver ETF verfolgt stattdessen seinen festgelegten aktiven Anlageauftrag.
Zwei verbreitete Vereinfachungen sind daher irreführend:
ETF bedeutet nicht passiv. Ein ETF kann aktiv verwaltet werden.
Indexfonds bedeutet nicht risikofrei oder vollständig diversifiziert. Ein eng gefasster Index kann seine Anlagen auf eine Branche, ein Land, ein Thema oder eine Gruppe von Emittenten konzentrieren.
Wenn der Referenzindex konstant gehalten wird, lassen sich die strukturellen Unterschiede leichter erkennen.
Vergleicht man dagegen einen aktiven Branchen-ETF mit einem breit aufgestellten Indexfonds, ändern sich zugleich die Verwaltungsmethode, die Bestände, die Konzentration und das Risiko. Ein Unterschied in der Wertentwicklung könnte daher nicht sinnvoll allein der ETF-Struktur zugeschrieben werden.
Sowohl ETFs als auch Indexfonds ziehen laufende Betriebskosten vom Fondsvermögen ab. Die Kostenquote ist wichtig, aber sie ist nicht der einzige Kostenfaktor, der einen Vergleich wert ist.
Bei einem ETF können auf Anlegerebene unter anderem folgende Kosten anfallen:
laufende Fondskosten
Brokerage-Gebühren
die Geld-Brief-Spanne
die Auswirkung eines Kaufs mit Aufschlag oder eines Verkaufs mit Abschlag zum NAV
Bei einem Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur können relevante Kosten unter anderem sein:
laufende Fondskosten
Transaktionsgebühren
Kontogebühren
Vertriebsgebühren gemäß den Bedingungen des Fonds oder Anbieters
Ein fairer Vergleich hält Referenzindex und Anlagezeitraum konstant und berücksichtigt anschließend Fondskosten, Handelskosten, Kontogebühren und die Abweichung von der Indexentwicklung.
Eine niedrigere Kostenquote garantiert nicht automatisch in jeder Situation niedrigere Gesamtkosten.[1][2]
Die Bestände und die Strategie bestimmen in der Regel die wichtigsten Anlagerisiken.
Ein breit aufgestellter Aktienmarkt-Index-ETF und ein Fonds ohne ETF-Struktur, der denselben Index nachbildet, sind vielen derselben Marktrückgänge ausgesetzt, weil ihre zugrunde liegenden Portfolios ähnlich sind.
Ein konzentrierter ETF oder Indexfonds kann Anleger dagegen erheblichen Branchen-, Emittenten-, Länder-, Zins-, Kredit-, Rohstoff- oder Strategierisiken aussetzen, je nachdem, was er hält.
Die beiden Bezeichnungen können außerdem auf unterschiedliche Umsetzungsrisiken hinweisen:
Ein ETF bringt Handelsaspekte wie Spreads, Marktliquidität sowie Auf- oder Abschläge zum NAV mit sich.
Eine Indexstrategie bringt Abweichungen bei der Nachbildung sowie eine Abhängigkeit von den Auswahl-, Gewichtungs- und Neugewichtungsregeln des Referenzindex mit sich.
Ein Index-ETF verbindet beide Gruppen von Aspekten.
Weder Struktur noch Strategie schließen Verluste aus.
Wenn zwei Fonds ein sehr unterschiedliches Marktexposure bieten, sind ihre Bestände und ihr Anlageziel in der Regel wichtiger als die Frage, ob einer von ihnen zufällig ein ETF ist.
Wenn zwei kostengünstige Fonds den gleichen Index nachbilden, wird der Vergleich praktischer.
Achten Sie auf:
Handelsweise
Werden die Anteile den ganzen Tag über gehandelt oder werden Transaktionen anhand des NAV zum Tagesende abgewickelt?
Gesamtkosten
Vergleichen Sie die Kostenquote zusammen mit Spreads, Brokerage-Gebühren, Kontogebühren und anderen anwendbaren Kosten des Fonds oder Anbieters.
Nachbildungsqualität
Prüfen Sie, wie genau der Fonds seinem angegebenen Referenzindex nach Kosten und unter Berücksichtigung von Umsetzungsunterschieden gefolgt ist.
Marktexposure
Vergewissern Sie sich, dass die Fonds tatsächlich denselben oder weitgehend ähnliche Referenzindizes nachbilden, bevor Sie ihre Strukturen vergleichen.
Fondsspezifische Risiken
Berücksichtigen Sie Liquidität, Konzentration, Indexkonstruktion und andere Risiken, die sich aus den Beständen oder der Umsetzung des Fonds ergeben.
Für zwei Fonds, die demselben breit gefassten Index folgen, gibt es keine allgemeingültige Regel, wonach ein ETF oder ein Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur immer besser ist. Die hilfreichere Frage lautet, welcher konkrete Fonds besser zu den Vergleichskriterien passt, die für den Anleger wichtig sind.
ETF und Indexfonds beschreiben unterschiedliche Dimensionen eines Fonds.
Ein ETF ist so strukturiert, dass seine Anteile an einer Börse gehandelt werden.
Ein Indexfonds verfolgt eine Strategie, die darauf ausgelegt ist, einen bestimmten Referenzindex nachzubilden.
Die Kategorien überschneiden sich: Ein Index-ETF ist beides.
Wenn zwei Fonds denselben Index nachbilden, kann ihr zugrunde liegendes Marktexposure sehr ähnlich sein, auch wenn sich ihre Handelsweise, Preisbildung, Kosten und Nachbildungsqualität unterscheiden.
Statt allein anhand der Bezeichnungen zu wählen, sollten Sie die konkreten Fonds vergleichen: ihr Anlageziel, ihren Referenzindex, ihre Bestände, ihre Struktur, ihre Kosten, ihre Nachbildungsqualität und ihre Risiken.
Nein. ETF bezeichnet eine Fondsstruktur, deren Anteile an einer Börse gehandelt werden, während Indexfonds eine Strategie bezeichnet, die versucht, einen Index nachzubilden. Ein indexnachbildender ETF ist beides.
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird „Indexfonds" manchmal als Kurzbezeichnung für einen Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur verwendet. Technisch gesehen kann jedoch auch ein ETF ein Indexfonds sein, wenn er einen Index nachbildet.
Nein. Viele ETFs bilden Indizes nach, aber ETFs können auch aktiv verwaltet werden. Die Bezeichnung ETF beschreibt die Struktur und den Handel des Fonds, nicht ob sein Portfolio einem Index folgt.
Ja. Ein Indexfonds mit ETF-Struktur wird an einer Börse gehandelt. Ein Index-Investmentfonds ohne ETF-Struktur wickelt Anlegertransaktionen in der Regel zu einem Preis ab, der auf dem NAV zum Tagesende basiert.
Nicht unbedingt. Die Kategorien überschneiden sich, und die Gesamtkosten hängen von den konkret verglichenen Fonds ab, einschließlich ihrer laufenden Kosten, Handelskosten, Kontogebühren und Nachbildungsqualität.
Keine der beiden Bezeichnungen steht für einen allgemeingültigen Gewinner. Vergleichen Sie zunächst die Anlageziele und das Marktexposure der Fonds. Wenn sie denselben Index nachbilden, werden Unterschiede bei Handel, Gesamtkosten, Nachbildungsqualität und fondsspezifischen Risiken zu aussagekräftigeren Vergleichspunkten.
Investor.gov, U.S. Securities and Exchange Commission↩
Investor.gov, U.S. Securities and Exchange Commission↩