Indexfonds
Indexfonds bilden regelbasierte Vergleichsindizes nach, wobei Kosten und Umsetzung zu Renditeabweichungen führen können.
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- Überblick
- Der Index ist eine regelbasierte Benchmark
- Wie ein Fonds Indexregeln in ein Portfolio umsetzt
- Tracking Difference und Tracking Error
- Indexfonds und ETF sind sich überschneidende Kategorien
- Die Kosten sind oft niedrig, aber nicht automatisch
- Diversifikation hängt von der Benchmark ab
- Was bei einem Indexfonds geprüft werden sollte
- Häufig gestellte Fragen
Überblick
Ein Indexfonds folgt festgelegten Benchmark-Regeln, anstatt einen Fondsmanager Wertpapiere mit dem Ziel auswählen zu lassen, diese Benchmark zu übertreffen. Das Ergebnis hängt vom Index, der Umsetzung durch den Fonds sowie von den Kosten und Risiken der zugrunde liegenden Vermögenswerte ab.
„Indexfonds" beschreibt einen Anlageansatz und keine bestimmte rechtliche oder handelsbezogene Struktur. Ein Indexfonds kann ein Exchange-Traded Fund (ETF), ein Investmentfonds oder eine andere zulässige Fondsstruktur sein.
Der Index ist eine regelbasierte Benchmark
Ein Marktindex misst die Wertentwicklung eines definierten Korbs von Wertpapieren. Der Indexanbieter legt Regeln für Zulassung, Gewichtung, Rebalancing und Neuzusammensetzung fest. Ein Index kann einen breiten Aktienmarkt, Anleihen mit bestimmter Laufzeit und Bonität, eine einzelne Branche, eine Faktorstrategie oder ein anderes Marktsegment abbilden.
Zu den gängigen Gewichtungsmethoden gehören:
- Marktkapitalisierungsgewichtung: Unternehmen mit höherem Börsenwert erhalten ein größeres Gewicht.
- Preisgewichtung: Wertpapiere mit einem höheren Preis je Aktie erhalten unabhängig von der Unternehmensgröße ein größeres Gewicht.
- Gleichgewichtung: Jeder Bestandteil beginnt bei planmäßigen Rebalancings mit demselben Gewicht.
- Fundamentale oder Faktor-Gewichtung: Die Gewichte richten sich nach Kennzahlen wie Umsatz, Dividenden, Volatilität oder Bewertung.
Diese Methoden führen zu unterschiedlichen Exposures und Umschlagshäufigkeiten. Ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index kann sich stark auf seine größten Bestandteile konzentrieren, während ein gleichgewichteter Index in der Regel häufiger handeln muss, um gleiche Gewichtungen wiederherzustellen. „Passiv" bedeutet nicht, dass die Benchmark neutral ist; die Regeln des Indexanbieters enthalten Entscheidungen mit wesentlichen Auswirkungen.
Wie ein Fonds Indexregeln in ein Portfolio umsetzt
Ein Index kann in der Regel nicht direkt gekauft werden. Ein Fonds erstellt ein investierbares Portfolio mit dem Ziel, dessen Wertentwicklung nachzubilden.[1] Dafür kann er verschiedene Umsetzungsansätze verwenden:
- Vollständige Replikation: Alle Indexbestandteile werden ungefähr entsprechend ihrer Indexgewichtung gehalten.
- Sampling: Eine repräsentative Auswahl wird gehalten, die sich ähnlich wie der vollständige Index verhalten soll.
- Optimierung: Ein Modell wählt Positionen aus, die wichtige Eigenschaften des Index möglichst genau abbilden.
- Derivate: Futures, Swaps oder andere zulässige Verträge werden verwendet, um Exposure aufzubauen oder anzupassen.
Eine vollständige Replikation kann bei einem kompakten und liquiden Index praktikabel sein. Sampling kann effizienter sein, wenn ein Index Tausende von Wertpapieren oder illiquide Anleihen enthält. Jede Methode bringt Abwägungen zwischen Transaktionskosten, Liquidität, operativer Komplexität und Tracking-Genauigkeit mit sich.
Der Fonds muss außerdem Einzahlungen, Rücknahmen, Ausschüttungen, Kapitalmaßnahmen, Indexänderungen und Barbestände verwalten. Diese Aufgaben erfordern Entscheidungen, obwohl die Strategie nicht darauf abzielt, Gewinner auszuwählen.
Tracking Difference und Tracking Error
Ein Index ist eine Berechnung, während ein Fonds reale Vermögenswerte hält und tatsächliche Kosten trägt. Seine Rendite entspricht daher nur selten exakt der Benchmark.
Tracking Difference ist die Rendite des Fonds abzüglich der Rendite des Index über einen bestimmten Zeitraum. Erzielt ein Fonds 7,7 %, während sein Index 8,0 % erreicht, beträgt die Tracking Difference −0,3 Prozentpunkte.
Tracking Error misst, wie stark diese Differenz zwischen verschiedenen Zeiträumen schwankt. Ein Fonds kann einen relativ konstanten Rückstand und einen niedrigen Tracking Error aufweisen oder eine instabile Mischung aus Über- und Unterperformance mit einem höheren Tracking Error.
Unterschiede können entstehen durch:
- Verwaltungsgebühren und laufende Betriebskosten
- Transaktionskosten und Geld-Brief-Spannen
- Sampling- oder Optimierungsentscheidungen
- Steuern und Quellensteuern auf Portfolioerträge
- für operative Zwecke oder Ausschüttungen gehaltene Barbestände
- Erträge aus Wertpapierleihe und damit verbundene Risiken
- den Zeitpunkt von Index-Neuzusammensetzungen und deren Markteinfluss
- Bewertungsmethoden und unterschiedliche Handelszeiten
Auch die verwendete Indexversion ist wichtig. Ein Preisindex berücksichtigt keine Ausschüttungen, während Total-Return-Varianten diese unter bestimmten Annahmen einbeziehen. Der Vergleich eines Fonds mit der falschen Indexversion kann das Tracking besser oder schlechter erscheinen lassen, als es tatsächlich ist.
Indexfonds und ETF sind sich überschneidende Kategorien
| Vergleichskriterium | Indexfonds | ETF |
|---|---|---|
| Beschreibt | Eine Strategie, die einen Index nachbildet | Eine Fondsstruktur, deren Anteile an einer Börse gehandelt werden |
| Kann aktiv verwaltet sein | Normalerweise nein | Ja |
| Kann einen Index nachbilden | Ja, per Definition | Ja, aber nicht jeder ETF tut dies |
| Handel durch Anleger | Hängt von der Fondsstruktur ab | Anteile werden während des Tages zu Marktpreisen gehandelt |
Ein Indexfonds in Form eines Investmentfonds gibt Anteile typischerweise direkt über den Fonds zu einem auf dem Nettoinventarwert am Tagesende basierenden Preis aus und nimmt sie zu diesem Preis zurück, vorbehaltlich seiner Bedingungen. Ein Index ETF wird dagegen während des Tages zwischen Anlegern zu Marktpreisen gehandelt, die leicht vom Nettoinventarwert abweichen können. Dieselbe Indexstrategie kann daher je nach Struktur unterschiedliche Handelskosten, steuerliche Effekte, Mindestbeträge und operative Eigenschaften aufweisen.
Die Kosten sind oft niedrig, aber nicht automatisch
Indexstrategien können weniger Wertpapieranalyse und Portfolio-Umschichtung erfordern als viele aktive Strategien, was Kosten reduzieren kann. Allerdings ist nicht jeder Indexfonds günstiger als jeder aktive Fonds, und die Kostenquote erfasst nicht sämtliche Kosten für Anleger.
Zu den relevanten Kosten können Fondskosten, Brokerage-Provisionen, Geld-Brief-Spannen, Auf- oder Abschläge bei ETFs, Kontogebühren, Steuern und der Markteinfluss von Transaktionen gehören. Selbst ein kleiner wiederkehrender Kostenunterschied kann sich über lange Zeiträume verstärken, sollte jedoch zusammen mit Benchmark-Exposure, Tracking, Struktur und Risiko betrachtet werden.
Diversifikation hängt von der Benchmark ab
Ein breit aufgestellter Indexfonds kann das Exposure effizient auf viele Emittenten verteilen. Ein Fonds, der nur eine Branche, ein Land, einen rohstoffbezogenen Korb oder ein enges Thema abbildet, kann dagegen stark konzentriert bleiben. Selbst ein Fonds mit Hunderten von Positionen kann stark von wenigen großen Bestandteilen oder einem gemeinsamen wirtschaftlichen Risiko abhängen.
Die Indexzugehörigkeit kann außerdem zu mechanischem Verhalten führen. Wenn der Indexanbieter ein Wertpapier hinzufügt oder entfernt, handelt der Fonds in der Regel entsprechend, um die Übereinstimmung mit dem Index aufrechtzuerhalten, unabhängig davon, ob der Fondsmanager den Preis für attraktiv hält. Marktteilnehmer können solche Transaktionen vorwegnehmen, und der Handel rund um Indexänderungen kann zu zusätzlichen Transaktionskosten führen.
Was bei einem Indexfonds geprüft werden sollte
Der Fondsname allein zeigt nicht das vollständige Exposure. Nützliche Informationen umfassen:
- den genauen Index sowie dessen Auswahl- und Gewichtungsmethodik
- den Replikations- oder Sampling-Ansatz des Fonds
- die größten Positionen sowie Branchen- und geografische Konzentration, Laufzeit und Bonität, sofern relevant
- Kostenquote und weitere Handels- oder Kontokosten
- historische Tracking Difference und Tracking Error, ohne vergangene Ergebnisse als Prognose zu betrachten
- Ausschüttungspolitik, Wertpapierleihe, Einsatz von Derivaten, Domizil und anwendbare steuerliche Behandlung
- bei ETFs Geld-Brief-Spannen, Auf- und Abschläge sowie die Liquidität sowohl der ETF-Anteile als auch der zugrunde liegenden Positionen
Zwei Fonds, die demselben Index folgen, können dennoch unterschiedliche Ergebnisse für Anleger erzielen, weil sich ihre Kosten, Strukturen, Handelsbedingungen und Umsetzungsansätze unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Indexfonds folgen Benchmark-Regeln, anstatt durch diskretionäre Wertpapierauswahl eine Outperformance anzustreben. Dennoch sind operative Entscheidungen erforderlich, und auch der Index selbst beruht auf Entscheidungen über Bestandteile, Gewichtungen und Rebalancing.
Über kurze Zeiträume ist das aufgrund von Timing, Sampling, steuerlichen Effekten oder Erträgen aus Wertpapierleihe möglich, doch Kosten wirken dauerhaft belastend. Das Ziel ist normalerweise eine möglichst genaue Nachbildung und keine verlässliche Outperformance.
Nein. Indexfonds beschreibt die Tracking-Strategie; ETF beschreibt eine Struktur, deren Anteile an einer Börse gehandelt werden. Viele ETFs sind Indexfonds, aber es gibt auch aktive ETFs und Indexfonds, die keine ETFs sind.
Nicht immer. Einige Fonds replizieren den Index vollständig, während andere Sampling verwenden oder Derivate einsetzen. Die gewählte Methode kann Kosten, Risiken und Tracking beeinflussen.
Weiterlernen
Quellen
- [1]Index Funds
Investor.gov, U.S. Securities and Exchange Commission↩